Fotokunst-Projekt  "Aufgeblüht"

Ein Fotokunst-Projekt von Jule Kühn & Susanne Lencinas in Zusammenarbeit mit der Akademie für Ältere in Heidelberg

Wie Kunst ein Demenznetzwerk schaffen kann

"Aufgeblüht" ist ein Fotokunst-Projekt mit und für an Demenz erkrankten und nicht erkrankten Menschen, eingebettet in die Welt ihrer Lieblingsblumen und -pflanzen.

Mit dem Ziel, das Thema Demenz künstlerisch aufzugreifen als auch innerhalb der Gesellschaft voranzutreiben, bauen wir gemeinsam mit der Akademie für Ältere Heidelberg sowie weiteren Kooperationspartnern eine "Lokale Allianz für Menschen mit Demenz" in Heidelberg und Umgebung auf.

Unterstützt und gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bilden die aus diesem Projekt hervorgehenden Allianzen u.a. eine Schnittstelle zwischen Präventionsmaßnahmen und Erkrankten, die noch am öffentlichen Leben teilhaben können.

Ein primäres Anliegen ist uns die Thematisierung und Auseinandersetzung mit der Krankheit.

Mittels eines positiven Blickes beabsichtigen wir, diese noch mehr in den Fokus der Gesellschaft zu rücken, begleitet von dem Wunsch nach mehr Aufmerksamkeit und Förderung zur gesellschaftlichen Teilhabe älterer Menschen.

Das Projekt fördert die Bestätigung der eigenen Identität als besondere Persönlichkeit, bietet soziale Eingebundenheit untereinander und versteht sich darüber hinaus als ein Anstoß zur kulturellen Teilhabe innerhalb unserer Gesellschaft.

Dem Alter huldigen - Aufmerksamkeit bekommen - sich im Alter schön zeigen



Blumen und Alter

Blumen bekommen mit zunehmendem Alter eine wachsende Bedeutung. 

Blumen spiegeln auch Vergänglichkeit, die Blüte zeigt sich oft nur kurz. Der Augenblick ist es, der zählt, um die Blumen in ihrer vollen Schönheit bewundern zu können.

Viele Bewohner*innen von Seniorenheimen legen große Sorgfalt auf ihre Balkonpflanzen,
bewundern die schönen Blumen der Nachbarn und freuen sich über geschenkte Blumensträuße.

Auch in der Arbeit mit an Demenz Erkrankten spielen Blumen eine wichtige Rolle. Sie werden dazu verwendet, das soziale, psychische und physische Wohlbefinden der Bewohner positiv zu beeinflussen. Das Erinnern von Blumennamen dient der Gedächtnisarbeit, die sensorische Stimulation mit vertrauten Blumen weckt positive Gefühle und sorgt für eine emotionale Sicherheit.

Die Farben, Formen, Düfte sowie die Haptik reizen die Sinne und lassen Erinnerungen lebendig werden.


Ablauf eines Fototermins

In einem gemeinsamen Gespräch laden wir alle Mitwirkenden ein, sich mit uns auf eine kleine Reise zurück in die Vergangenheit zu begeben. Mittels ihrer vertrauten Lieblingblumen und -pflanzen lassen wir gemeinsam schöne Erinnerung wieder erwachen, sammeln mit Begeisterung und Freude Geschichten sowie besondere Ereignisse und erleben während der Fototerminen immer wieder kostbare Augenblicke als sinnstiftende Momente.


Eingebettet und umgeben von Lieblingsblumen oder -pflanzen des Waldes wird jede*r
Teilnehmer*in, zum Teil mit für ihn wichtigen Accesoires, von uns kunstvoll vor ausgesuchten Hintergründen fotoportraitiert.

Mit den Portraits zeigen wir das Alter als Sinnbild einer vollen, reifen Blüte, nicht welkend, sondern in aller Fülle aufgeblüht zu einem wertvollen Selbst.


Mit dem Projekt schenken wir uns gegenseitig Zugewandtheit, Freude und Lachen.



Ausstellungen

Parallel zu bundesweiten Wanderausstellungen der Kunstfotografien planen die Akademie für Ältere sowie die Kooperationspartner Vorträge, Kurse und Beratungsstellen aufzubauen, um den Menschen zum Thema Demenz einerseits Informationen zur Aufklärung und Prävention bieten zu können und andererseits die Möglichkeit zu schaffen, 
dass sowohl erkrankte als auch nicht erkrankte Menschen sich aktiv mit der Krankheit beschäftigen können.

Über den Weg der kulturellen Teilhabe von Menschen mit Demenz und durch das
Aufeinandertreffen von erkrankten und nicht erkrankten Menschen will das Projekt die
gesellschaftliche Voraussetzung dafür schaffen, den Blickwinkel auf Demenz und Alter positiv und neu auszurichten, um noch mehr gesellschaftliches Engagement und Nachhaltigkeit zu generieren.



Corona

Unter Berücksichtigung der Gefahren durch das Corona-Virus werden wir Senioren*innen
ausschließlich in Anwesenheit ihrer Angehörigen und unter Beachtung aller notwendigen
Sicherheitsvorkehrungen fotografieren.

Wir klären in der Regel mit den Angehörigen ab, an welchen Orten die Fotos gemacht werden sollen. Es hat sich gezeigt, dass viele Senioren*innen die Fotos bei sich zu Hause machen möchten.

Wir reisen dann mit dem gesamten Equipment an und fotografieren vor Ort.

Wir fotografieren ausschließlich unter sämtlichen, gesetzlich vorgeschriebenen
Sicherheitsvorkehrungen.